LL.M. USA – Leitfaden & FAQ

Dies ist ein Erfahrungsbericht

Alle Angaben auf dieser Seite basieren auf meinen eigenen Erfahrungen im Rahmen einer LL.M.-Bewerbung für das akademische Jahr 2026/2027. Entsprechend hat diese Seite weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Richtigkeit. Erfahrungen, die ich gemacht habe, müssen andere nicht zwingend ebenfalls machen.

Hinweise und Ergänzungen sind jederzeit willkommen an post@dr-mueller.legal.

Warum ein LL.M. in den USA?

Die Gründe für einen LL.M. in den USA sind vielfältig. Da ein LL.M. an einer angesehenen amerikanischen Law School ohne Stipendien immerhin mit etwa 100.000–120.000 US-Dollar zu Buche schlägt, müssen diese eine solche Investition jedoch rechtfertigen.

Was mich persönlich angeht, waren es vor allem zwei Gründe, die mich zu einem LL.M. in den USA motiviert haben:

  1. Neugierde: Im Rahmen meiner Dissertation im Europarecht bin ich immer wieder Fragen des Föderalismus und auch des Common Law begegnet. Nach Abschluss der Arbeit reizte es mich zum einen mehr über ein anderes großes föderales System zu erfahren. Zum anderen wollte ich auch gerne das Common Law als Rechtssystem besser verstehen.
  2. In meiner Zeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei TRÖBER@ legal habe ich neben dem Datenschutzrecht auch im IT-Recht gearbeitet. Dort begegnen einem häufig Vertragspartner in den USA, deren Verträge dann auch US-Recht unterliegen. Da ich auch in Zukunft wieder im IT-Recht arbeiten möchte, erschien es mir daher Folgerichtig mich im Common Law weiterzubilden.

Neben einem LL.M. in den USA gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten für die Weiterbildung mit einem LL.M. Einen guten Überblick bietet meines Erachtens der e-fellows LL.M.-Guide, den allerdings nur Stipendiaten des e-fellows.net-Netzwerks erhalten (Juristen mit mindestens einem vollbefriedigenden Staatsexamen werden in der Regel aufgenommen). Ein Beispiel dafür ist etwa der LL.M. im Datenschutzrecht an der FernUni Hagen, bei dem ich seit einigen Jahren Klausuren korrigiere.

Vorbereitungen

Bereits die Vorbereitungen für ein LL.M.-Studium in den USA sind ein Marathon. Meines Erachtens sollte man damit mindestens ein halbes Jahr vor dem Anfang des Bewerbungszeitraums beginnen. Da bei vielen LL.M.-Programmen, die im August beginnen Bewerbungen ab September des Vorjahres möglich ist, sollte mit den Vorbereitungen also im März des Vorjahres begonnen werden. D. h. wer im August 2026 ein LL.M.-Studium beginnen will, sollte bereits im März 2025 mit den Vorbereitungen starten. Je nach Universität können sich frühzeitige Bewerbungen auszahlen (Stichworte: Rolling Admission, Early Action Deadline).

Die Schritte zur Vorbereitung liste ich unten in der Reihenfolge auf, in der ich sie angegangen habe.

LL.M.-Messen besuchen & Webinare

… garantierte Stipendien, Application Fee Waiver, kennenlernen

Die meisten Law Schools bieten auch Webinare an. Kennenlernen "Vibecheck" und Application Fee Waiver.

Finanzierung – Erste Schritte

Zur Finanzierung eines LL.M. in den USA ist vorab zu sagen, dass wir als deutsche Juristen meines Erachtens in der privilegierten Situation sind uns ein (immer sehr teures!) Studium in den USA vergleichsweise komfortabel Leisten zu können. Während die meisten US-Juristen die Law School mit einem erheblichen Berg an Schulden verlassen, den sie dann häufig über mindestens ein Jahrzehnt abzahlen, muss das als deutscher Jurist nicht zwangsläufig der Fall sein. Die Kosten eines LL.M.-Studiums sind nichts, was sich nicht mit einer gewissen Zeit in einer der einschlägigen Großkanzleien kompensieren ließe. Insofern ist die Finanzierung des Studiums zwar ein komplexes Unterfangen aber doch meist möglich.

 

Sprachnachweis TOEFL & IELTS

Wer an einer US-Universität studieren möchte, muss zuerst nachweisen, dass er die Englische Sprache hinreichend beherrscht. Dafür verlangen die US-Universitäten in der Regel einen TOEFL- oder IELTS-Test. Da meiner Kenntnis nach alle US-Universitäten den TOEFL akzeptieren, nicht aber den IELTS, habe ich mich für den TOEFL entschieden. Die Ergebnisse des TOEFL müssen unmittelbar an das LSAC übermittelt werden und dürfen nicht älter als 2 Jahre sein.

Vorbereitung

Als jemand der sich vor seinen LL.M.-Überlegungen mit dem TOEFL nie beschäftigt hat, fand ich einen guten Start in die Vorbereitung auf YouTube verschiedene Videos zum Test zu konsumieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie der Test funktioniert.

Anschließend habe ich versucht möglichst viele Übungstests zu machen. ETS bietet mit Test Ready selbst eine Übungsplattform an. Dort gibt es auch einen kostenlosen vollständigen Übungstest und jeden Tag einen kostenlosen Text für einen der vier Test-Bereiche. Es lohnt sich auf jeden Fall, das mitzunehmen.

Ich persönlich habe mich zu Beginn vor allem mit dem Bereich Speaking schwer getan, da ich im Alltag zwar viel Englisch lese und höre aber eben nicht spreche. Für die Vorbereitung Gold wert war da My Speaking Score. My Speaking Score verwendet für das Feedback dieselbe AI-Engine, die auch ETS bei der Bewertung des TOEFL (zusätzlich zu menschlichen Bewertern) nutzt. Man erhält dort detailliertes Feedback zur eigenen Performance:

Screenshot aus der App My Speaking Score. Zeigt die Übersicht über das Feedback zu den 4 Bereichen des TOEFL Speaking.

Screenshot aus My Speaking Score

Testdurchführung

  • Wahl zwischen Präsenz und Online. Online wird von den meisten Unis akzeptiert (Ausnahme 2025 Stanford + NYU)

Empfehlungsschreiben (Letter of Recommendation) organisieren

Für Studienbewerbungen in den USA spielen Empfehlungsschreiben (die so genannten "Letter of Recommendation") eine besonders wichtige Rolle. In den Vereinigten Staaten herrscht eine andere akademische Kultur als in Deutschland, sodass die diese Schreiben keinesfalls mit den üblichen Gutachten, die man hier etwa Stipendienbewerbungen einreichen muss, verwechselt werden sollten. Meines Erachtens ist es wichtig, diesen Aspekt mit den jeweiligen Verfassern der Empfehlungsschreiben vorab zu besprechen, damit nichts schief geht. Die meisten Law Schools verlangen mindestens zwei Empfehlungsschreiben, von denen eines aus dem akademischen und eines aus dem professionellem Kontext kommen sollte. In meinem Fall kam ein Empfehlungsschreiben von meinem Doktorvater (Prof. Dr. Patrick Hilbert), eines von meinem langjährigen Arbeitgeber (Rechtsanwalt Jörn Tröber) und eines von der politischen Geschäftsführerin der Grünen in Münster.

Was ist also besonders wichtig?

  • Gute Kenntnis des Bewerbers
    Im Letter muss deutlich werden, dass der Recommender den Bewerber gut kennt. Zu Beginn sollte daher erläutert werden, aus welchem Kontext und wie gut der Bewerber dem Recommender bekannt ist. Kleine Anekdoten sind erlaubt und förderlich. So hat Jörn Tröber sein Empfehlungsschreiben etwa mit einem Zitat aus dem Praktikumszeugnis eingeleitet, das er mir für mein Studienpraktikum 2019 ausgestellt hat.
  • Qualitäten nur mit Belegen
    Im Letter sollen nicht lediglich pauschale Behauptungen über den Bewerber aufgestellt werden, sondern diese müssen mit konkreten Belegen hinterfüttert werden. In Jörn Tröbers Empfehlungsschreiben hieß es etwa, dass ich souverän im Umgang mit Mandanten sei. Der Beleg dafür war, dass es zuweilen Mandanten gab, die sich (ich war zu diesem Zeitpunkt Wissenschaftlicher Mitarbeiter) direkt an mich gewendet oder explizit meine Dienste angefordert haben.
  • Relativer Vergleich
    Besonders interessiert sind die Auswahlkomitees auch an einem relativen Vergleich zu anderen Bewerbern. Gut ist also, wenn in dem Empfehlungsschreiben eine Einordnung in dem Sinne "gehört zu den besten X Prozent" vorgenommen wird. Wichtig ist es in dem Kontext auch zu erläutern, warum der Recommender diese Einordnung vornehmen kann. Jörn Tröber schrieb da etwa, wie viele Jahre er bereits Prüfer im 2. Staatsexamen ist.

Einen ganz ausführlichen Guide für Recommender hat Karen Kelsy in ihrem Blog-Post How to Write a Recommendation Letter zusammengefasst. Die Schreiben sind in der Länge nicht begrenzt und sollten mindestens zwei Textseiten umfassen.

Unterlagen einreichen Law School Admission Council (LSAC)

Wer sich an einer Law School in den USA bewerben möchte, wird um das Law School Admission Council (kurz LSAC) nicht herumkommen. Das LSAC hat dabei den Zweck sowohl den Universitäten als auch den potentiellen Studierenden bei der Organisation des Bewerbungsprozesses zu helfen. Dies gelingt vor allem dadurch, dass beim LSAC eingereichte und dort geprüfte Unterlagen (Zeugnisse, TOEFL-Ergebnisse, Letters of Recommendation) anschließend dort für Bewerbungen bei allen teilnehmenden Law Schools genutzt werden können.

Bewerben bei den Law Schools

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Unterlagen einreichen Law School Admission Council (LSAC)

Wer sich an einer Law School in den USA bewerben möchte, wird um das Law School Admission Council (kurz LSAC) nicht herumkommen. Das LSAC hat dabei den Zweck sowohl den Universitäten als auch den potentiellen Studierenden bei der Organisation des Bewerbungsprozesses zu helfen. Dies gelingt vor allem dadurch, dass beim LSAC eingereichte und dort geprüfte Unterlagen (Zeugnisse, TOEFL-Ergebnisse, Letters of Recommendation) anschließend dort für Bewerbungen bei allen teilnehmenden Law Schools genutzt werden können.

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Bewerben bei den Law Schools

Unterlagen einreichen Law School Admission Council (LSAC)

Wer sich an einer Law School in den USA bewerben möchte, wird um das Law School Admission Council (kurz LSAC) nicht herumkommen. Das LSAC hat dabei den Zweck sowohl den Universitäten als auch den potentiellen Studierenden bei der Organisation des Bewerbungsprozesses zu helfen. Dies gelingt vor allem dadurch, dass beim LSAC eingereichte und dort geprüfte Unterlagen (Zeugnisse, TOEFL-Ergebnisse, Letters of Recommendation) anschließend dort für Bewerbungen bei allen teilnehmenden Law Schools genutzt werden können.

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Bewerben bei den Law Schools

Vorbereitungen